:  Der König ist ja nackt!  
      login
  E-Mail  
  Passwort  
      login
  Registrieren Sie sich hier oder bearbeiten Sie Ihr Profil
Suche  
   

Der Gastgeber Olaf Stoy lüftete in seiner Eröffnungsansprache dann auch endlich das Geheimnis der Malerei. Das Bild des sächsischen Monarchen stammten von der anwesenden Künstlerin Erika Lust. Daneben war noch eine ganze Galerie vorwiegend europäischer nackter Königinnen und Könige zu sehen.
Im Gespräch meinte die Künstlerin, dass sie besonders ein arroganter Habitus der Monarchen dazu motiviert habe, sich diese Menschen einmal ohne ihre prächtige Kleidung vorzustellen. Es gehe ihr um die Differenz zwischen dem Menschen und der Rolle, die er spielte. Es folgten umfangreiche Recherchen. Letztlich entstand eine ganze Serie von Bildern. Selbst auf mehrfache Nachfrage konnte die Künstlerin nicht dazu bewegt werden Interesse für die Darstellung heutiger Politiker zu hegen.

 
 

Erika Lust wurde 1961 in Leninski, einer deutschen Siedlung in der kasachischen Steppe geboren. Sie studierte an einer russischen Kunstfachschule Malerei und Bühnenbild und arbeitete danach an einem deutschen Theater als Theatermalerin. Im Jahre 1989 wurde ihr ein weiteres Studium in Dresden bewilligt. Diese Stadt wurde dann zu ihrer neuen Heimat. Seit dem Ende ihres Studiums schuf sie Bühnen- und Kostümbilder für Theater in ganz Deutschland. Die Vertrautheit mit dem Theater ist dem Anschein nach auch die Voraussetzung für die Gestaltung der eigenwilligen Bilderserie. In der Tat haben Theater und Politik einige Gemeinsamkeiten. In der bildenden Kunst hat man sich in dieses Genre bisher oft über die Darstellung von Masken oder maskierter Gesichter versucht. Eine völlige Entkleidung von herausragenden Personen ist dagegen eher selten.
Foto: Erika Lust im Gespräch mit Olaf Stoy

 
 



Mit kühlen Gitarrenklängen von Johannes Gerstengarbe und einer kleinen Diskussion ging dieser interessante Abend zu Ende. Selbst sächsische Monarchisten dürften letztlich mit den Enthüllungen der Ausstellung leben können, denn in der Darstellung von Erika Lust macht August selbst ohne Hose und Hemd eine ganz passable Figur.
Johannes Eichenthal


Information
Die Ausstellung im Atelier für Kunst & Gestaltung, August-Bebel-Straße 2, 01728 Bannewitz, ist noch bis 26. November 2006 zu sehen.
Anmeldungen bei Olaf Stoy 0176/26480235
www.olafstoy.de, E-Mail: olafstoy@aol.com

 
 

 
 

Copyright © 2009 Mironde Verlag.
Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung ist untersagt.

Der König ist ja nackt!
Malerei von Erika Lust in Bannewitz
 

Am 27. Oktober wurde im Atelier für Kunst und Gestaltung in Bannewitz wieder einmal eine Ausstellung eröffnet. Die Vorbereitungen erfolgten, wahrscheinlich  aus Sicherheitsgründen, nahezu unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit. Selbst die investigative Dresdener Presse vermochte vor der Eröffnung keinerlei Informationen zu erhaschen. Erst am 17.10.2006 (!) erfolgte dann die Einladung unter dem harmlos-märchenhaft klingendem Titel Der König ist ja nackt! Dann war er endlich da, der 27. Oktober: Erstmals konnte eine ausgewählte Öffentlichkeit sehen, was zuvor kaum ein sächsisches Auge erblickte, wenn wir die zahlreichen Mätressen einmal ausklammern: August den Starken, wie die Natur ihn geschaffen hatte, nur notdürftig mit einigen Symbolen der Macht versehen. Die Wirkung war unbeschreiblich.
Foto: Erika Lust (Mitte) vor ihrem Fürstinnenzug

Artikel versenden
Artikel drucken
Mapsite
litterata