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 Das Büchlein begnügt sich Gott sei Dank mit einer Auswahl. Und auch sonst ist »Auswahl« eine wichtige Vokabel für die von Dr. Klaus Walther erstellte Konzeption des Buches, das vom Mironde-Verlag hergestellt und dem Kulturraum Erzgebirge sowie dem Sächsischen Schriftstellerverein e.V. herausgegeben wurde. Einige Lieder wurden mit Noten (im Gitarrensatz) versehen, von anderen nur die Texte mitgeteilt; es gibt bekannte, aber auch wenig verbreitete Lieder und eine Auswahl von sehr schönen Scherenschnitten des ehemaligen Lauterer Lehrers Max Pickel.
So überzeugt zunächst die Ausstattung des gut in der Hand liegenden kleinen Buches – lediglich die Funktion der Zwischentexte (K. Walther), trotz mancher Insiderinformation, bleibt unklar. Wem das Erzgebirgisch trotz einiger mitgelieferter »Übersetzungen« den Zugang zu den Liedinhalten erschwert, der wird vermutlich mit einem der anderen Bücher, die das Weihnachtsland hochdeutsch vorstellen, besser dran sein. Der Ansässige braucht die Erklärungen kaum.

Die Liedinhalte – vom Herbst über die Adventszeit bis zur Weihnachtsnacht – erzählen in der überwiegenden Mehrzahl in der Mundart und ihren verschiedenen Schreibweisen – von den vielen Bräuchen in der Festvorbereitung.  Die häufigen Anreden (»Horche när mol«, »Ihr Leitle«, »Bring in Gang die Pyramide« u.v.a. machen deutlich, dass die Lieder z.B. in der Geselligkeit der »Hutznstubn« vor – und gemeinsam gesungen worden sind. Diesen Gestus der Lieder haben viele Autoren  aufgenommen. In kurzen biografischen Notizen werden sie am Ende des Büchleins vorgestellt – ihre Lebensdaten umfassen über 200 Jahre und belegen die ungebrochene Tradition. So liest sich das Büchlein auch als eine »Geschichte der Erzgebirg(l)er in Liedern«. Herder hatte bekanntlich unter dem Titel »Stimmen der Völker in Liedern« Volkslieder gesammelt, die ebenso das eigentliche Wesen, die »Denkart und Sitten« des Volkes beleuchteten.

Das Nebeneinander von bekannten und weniger bekannten Autoren gehört zum Konzept der »Edition Kammweg«, die mit dem Weihnachtsliederbuch eröffnet worden ist. Jeder, der bisher unter dem Titel »Kammweg« geführten literarischen Wettbewerbe hat bewiesen, dass das Schreiben in Mundart noch immer hoch lebendig ist und so ist zu wünschen, dass vielleicht auch einmal eine Sammlung, die – so K. Walther – »vielen offen steht«, auch einmal die jetzigen Autoren zu Wort kommen lassen wird.

Monika Hähnel


Informationen
Heit is dr Heilge Ohmd ihr Maad. Die schönsten erzgebirgischen Weihnachtslieder.
Engl. Broschur, 96 Seiten Verkaufspreis 9,50 Euro
ISBN 978-3-937654-25-6


 
 

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Heit is dr Heilge Ohmd ...
Die Stimme einer Leserin
 

Der Weihnachtsbaum ist entsorgt, Pyramide, Engel, Bergmann, Krippe und die Räuchermänner wieder in die Kiste verpackt. Nur einige Geschenke liegen noch auf dem Tisch: das kleine Büchlein »Heit is dr Heilge Ohmd ihr Maad. Die schönsten erzgebirgischen Weihnachtslieder« gehört dazu. Gleich will es in einem zum 157. Male den Refrain »Traratirallala« mitsingen, aber die Erinnerung an die schier endlose Aufführung »aller« Strophen in der Weihnachtssendung des MDR schmerzt noch im Ohr.


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