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Foto: Die Gäste lauschen der Laudatio von Reinhold Lindner (re.)

Die gebürtige Dresdnerin erhielt in ihrer Heimatstadt eine Bildung, die sich auch auf Klavierspiel und Ballett-Tanz erstreckte. Von 1962–66 absolvierte sie zunächst ein Abendstudium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Prof. Gerhard David. Daran schloss sich ein Direktstudium bei Herbert Kunze und Prof. Gerhard Kettner an. Nach dem Diplom war sie an der Fachhochschule für Angewandte Kunst in Schneeberg in der Lehre tätig. Seit 1976 ist Anna-Maria Naumann freischaffend tätig. In der Glauchauer Galerie Art Gluchowe sind Gemälde, Zeichnungen und verschieden Papierobjekte der Künstlerin zu sehen.

 
 

Reinhold Lindner hob in seiner Laudatio hervor, dass die Ausstellung außergewöhnliche Werke einer außergewöhnlichen Künstlerin versammle. Bereits beim Betreten des Raumes erfassten die Werke alle Sinne des Betrachters. Die drei Bilder des Requiems erinnerten ihn daran, dass uns Menschen nur eine bestimmte Zeit auf Erden gegeben ist, aber gleichzeitig schwinge hier Hoffnung mit. In anderen Arbeiten könne man die musikalische Stimmung ahnen, die die Künstlerin in ihrem Schaffen begleitet habe. Gewiss könne man Musik nicht bildnerisch darstellen, aber sehr wohl die Stimmung. Stephan Hermlin schildere in seinem »Abendlicht« ein solche Stimmung: »Vorn zwei Oboen und eine Oboe
da caccia, im Hintergrund Streicher und Continuo setzen mit dem Thema ein, das der Chor von Takt 24 an homophon wiederholt. Von den Wäldern atmet Kühle her. Wie schnell ist der Tag vergangen. Es hat sich eine Dämmerung aufgemacht; aus ihren Falten werden tiefere Finsternisse fallen. Wo einer fragt, werden andere keine Antwort wissen, und wo Antworten gegeben werden, werden Fragen warten. Mit Allabreve beginnt beschleunigt eine Chorfuge. Später schreitet der Alt in Ganztönen immer tiefer nach unten. Die Dunkelheit löscht die Gesichter aus, die Merkmale der Arbeit, die helleren Farben der Straßen; kein Fenster schimmert mehr, kein nachbarliches Haus, keine Siedlung wartet. Die Streicher beschreiben mit g-d-b-fis ein Kreuz. Bleibe bei uns.«
So ungewöhnlich die Auswahl der Werke unter allgemeinem Gesichtspunkt erscheine, bei Anna-Maria Naumann sei sie es nicht. Die Logik des lebendigen Daseins habe sie den Spannungsbogen vom handwerklich-klassischen Poträt bis hin zu Abstraktionen aufnehmen lassen. Die Abstraktion werde vom Porträt legitimiert. Wer das ein könne, vermöge auch das andere. Umgekehrt wäre es kaum denkbar.

 
 

Die Künstlerin nahm die Laudatio und viele Glückwünsche dankbar, ohne Allüren an. Sie versuchte nicht einmal das Wort zu ergreifen. Man hatte den Eindruck, dass sie in Gedanken vielleicht schon in der Erweiterung ihrer Werke weilte. Trotz handwerklicher Meisterschaft sind wir immer auch unvollkommen, müssen immer wieder neu ansetzen. Wie heißt es bei Matthias Claudius: »Wir spinnen Luftgespinste,/ Und suchen viele Künste,/ Und kommen weiter von dem Ziel.«
Birgit Eichler


 
 

Anna-Maria Naumann im Gespräch mit Reinhold Lindner

Information

Die Ausstellung ist noch bis zum 15.02.09 zu sehen.
www.artgluchowe.de

 
 

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» ... piano« – Personalausstellung von Anna Maria Naumann
Malerei, Zeichnungen und Objekte in Schloss Forderglauchau
 

Der Winter war am frühen Abend des 10. Januar mit allen unseren Sinnen spürbar: Der riesige Vollmond tauchte die verschneite Umgebung von Schloss Forderglauchau in ein silbriges Licht. Die goldnen Sterne prangten am Himmel, hell und klar. Die Kälte zwackte uns in Nasen und Wangen, wir versuchten dem mit immer schnellerem (nordischen?!) Gehen zu entkommen. Der Schnee knirschte unter unseren Schritten. Die Galerie Art Gluchowe war bereits überfüllt. Immer neue Gäste drängten durch die Tür in den warmen Raum. Schon erklang Querflötenmusik zur Eröffnung der Personalaustellung von Anna-Maria Naumann.

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