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Mit einer allgemeinen Einleitung über die Auswirkungen des CO2-Anstieges auf unsere Umwelt spannte Dr. Wolfgang Feist gekonnt einen Bogen zu »seiner Lösung« des Problems – dem Passivhaus, das mit max. 15 kWh/m2 und Jahr nur ein Zehntel des Heizwärmebedarfs eines durchschnittlichen Altbaus benötigt. Der angenehme Wechsel aus Kritik, Humor, die an den Tag gelegte Strenge gegenüber Fachkollegen sowie deren Lob, aber auch die effektvoll gesetzte Bedienung von Polemik regte trotz des recht trockenen Themas zum Mitdenken, Ärgern, Zustimmen und Schmunzeln an. So dass die kurzweilige Verwandlung in einen amerikanischen Fernsehprediger gegen Ende verziehen werden konnte.

 
 

Die anschließenden Vortragenden, ein Vertreter der Europäischen Kommission und ein Sprecher des Verbraucherrats (ein Sonderausschuss des österreichischen Normungsinstituts) hatten es entsprechend schwer, ihre Zuhörerschaft ebenso zu erreichen. Sie versuchten Licht ins Dunkel der Vorgänge zur Ideen- und Entscheidungsfindung, Verabschiedung von Richtlinien, Aussprache von Empfehlungen und Initiierung von Programmen der EU zu bringen, sowie deren Nutzen für die Verbraucher aufzuzeigen. Was aufgrund der geringen Möglichkeiten im Alltagsgeschäft hierauf Einfluss zu nehmen, für die meisten Anwesenden wohl nicht mehr als ein kleiner Exkurs in eine immer nie ganz zu verstehende Welt sein konnte.

 
 

Nachmittags konnten die Teilnehmenden entsprechend ihrer Interessen zwischen verschiedenen Modulen wählen. Hier standen unter anderem Ansprechpartner der vom Lebensministerium gestarteten Initiative »klima:aktiv« zur Beratung parat. Ziel dieser im Jahre 2004 begonnenen Initiative ist »die rasche und breite Markteinführung klimafreundlicher Technologien und Dienstleistungen«. Im Rahmen einer der Maßnahmen können mit Hilfe von Kriterienkatalogen Gebäude vor ihrer Errichtung oder Sanierung bewertet, und sich bei Erreichen einer gewissen Mindestpunktzahl des Namens »klima:aktiv haus« bedient werden. Gleichzeitig wurde und wird die »Marke« klima:aktiv als Qualitätsmerkmal in den Köpfen der Bevölkerung platziert, um eine gewisse Nachfrage zu schaffen beziehungsweise für die Errichter die Vermarktung zu erleichtern und auf breiterer Ebene zu ermöglichen. Eine weitere Maßnahme mit dem Namen »klima:aktiv mobil« setzt auf die Reduktion der CO2 Emissionen im Verkehr. Dies reicht von der Förderung der Umstellung des Fuhrparks von Unternehmen bis hin zur Umsetzung von innovativen ÖV-Konzepten, wie z.B. Shuttle- oder Rufbussen, aber auch der Verbesserung des Radverkehrs.

 
 

Zum Schluss wurde die neue und bereits während des gesamten Kongresses beworbene Plattform »baubook« vorgestellt. Eine teils frei zugängliche und teils entgeltliche Internetplattform für Planer, Gemeinden, Hersteller von ökologischen Produkten und deren Verarbeiter – den Handwerkern. Ihre Anfänge hatte diese Plattform bereits im Jahr 2001 als Vorarlberg ökologische Standards für die Vergabe von Wohnbaufördermitteln einführte. Der sofortige Aufschrei der Handwerker, dass es für die Erfüllung der Standards keine Produke am Markt gäbe, wurde nach wenigen Wochen mit einer Studie des Umweltverbandes Vorarlberg widerlegt, und eine Exceltabelle mit geeigneten Produkten zur Verfügung gestellt. Diese Produkte wurden weiter gesammelt und im Jahre 2004 mit der internetbasierten Plattform »ixbau« zugänglich gemacht. Im selben Jahr wurde am anderen Ende des Landes mit der »öbox« in Wien eine ähnliche Plattform ins Leben gerufen, bei dieser allerdings nicht mit dem Fokus auf die Handwerker, sondern auf Planer und Auftraggeber. Anfang diesen Jahres fusionierten die beiden Betreiber der Internetdatenbanken und stellen über die neu kreierte »baubook« nun gemeinsam Informationen für ökologisches und energieeffizientes Bauen und Sanieren zur Verfügung – zu dieser Leistung kann man nur gratulieren.
Seit Mitte 2006 ist der Passivhausstandard im gemeinnützigen Wohnbau in Vorarlberg vorgeschrieben. Infolge der Beratertätigkeit des Umweltverbandes für die Gemeinden in Vorarlberg konnte darüber hinaus noch ein besonderes Augenmerk auf die Verwendung von ökologischen Baumaterialien bei öffentlichen Gebäuden gelegt werden. Mit fast 30 umgesetzten Projekten mit hohen ökologischen Standards und dem Nachweis, das die hierdurch gewonnene schadstofffreie Innenraumluftqualität maximal Mehrkosten von 2 Prozent erzeugt, hat Vorarlberg erneut seine Vorreiterrolle unter Beweis gestellt – Nachahmen erwünscht!
Beatrice Stude

Information
www.baubook.at – Plattform für ökologisches und energieeffizientes Bauen
www.energieinstitut.at – Energieinstitut Vorarlberg
www.ibo.at – Österreichisches Institut für Baubiologie und Ökologie
www.klimaaktiv.at – Initiative des Lebensministerium
www.passiv.de – Passivhausinstitut Darmstadt
www.umweltverband.at – Umweltverband für Vorarlberg





 
 

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Nachhaltiges Bauen und Bewerten
Kongress des IBO - Österreichsches Institut für Baubiologie und Ökologie in Kooperation mit klima:aktiv. Messe Wien 19. und 20. Februar 2009
 

Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhausinstituts in Darmstadt, gab mit seinem Vortrag zur »Zukunft des energieeffiezienten Bauens« den Auftakt. Als maßgeblicher Mitgestalter des Passivhauskonzeptes, das vor nahezu 20 Jahren erstmals in einem Projekt umgesetzt wurde, ist sein Institut auch heute noch federführend wenn es um Berechnung, Weiterentwicklung und Zertifizierung des hocheffizienten Gebäudestandards »Passivhaus« geht.

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