litterata  :  Reportagen  :  Vielfalt statt Einheitskäse  
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Foto: Der Welt-Käsekonzern-Chef-Manager

Doch es begann dramatisch. Der Chef eines multinationalen Konzerns hatte eine marktbeherrschenden Stellung erobert. Er dominierte mit seinem synthetischen »Einheitskäse« weltweit den Handel. Gegen den »freien Markt« kann man eigentlich nichts sagen. Das Problem bestand nur darin, dass dieser »Einheitskäse« kein Käse mehr war, und auch nicht nach Käse schmeckte. (Nach Zeugenberichten erinnerte der Geschmack an Pappe) Niemand wollte dieses Zeug, es wurde aber kein anderer Käse mehr angeboten. Unter Alkoholeinwirkung, übrigens sehr glaubhaft gespielt, offenbarte der Chef seine »Geschäftsvision«: Beherrschung der Milchstraße mit »Einheitskäse«.

 
 

Die Kunden mit Geschmack waren empört. Die traditionellen Käsehersteller aus Italien, Frankreich, England, Holland, Österreich, Deutschland und der Schweiz fürchteten um ihre Existenz. Auf ihrem Internationalen Käsekongress mussten sie jedoch eingestehen, dass sie gegen die Dominanz des »Einheitskäses« machtlos waren. Als sie schon kapitulieren wollten, da erinnerten sie sich eines früheren Feindes: einer Mäusebande, die es immer wieder auf Feinschmecker-Käsesorten abgesehen hatte. In einer Situation der Ausweglosigkeit entschlossen sich die Käsehersteller zu einem Bündnis mit der Mäusebande gegen das Einheitskäse-Monopol.

 
 

Foto: Mäuse-Räuberhauptmann Max beim Harzer-Roller-Song

Tatsächlich schafften es die kleinen, schwachen Mäuse und deren Räuberhauptmann Max den mächtigen multinationalen Käsekonzern zu besiegen. Sie zogen dafür jedoch alle musikalischen Register: Pop, Jazz, Rock 'n' Roll – jedes musikalische Mittel war den Mäusen recht. Die Vielfalt kam gegen die Einfalt wieder zum Zuge. Das Publikum war am Ende begeistert. Die Schauspieler erschöpft. Tatsächlich hatten die kleinen  Schauspielerinnen und Sänger des Spatzenchores mit vollem Einsatz gearbeitet. Sie waren nicht nur mit der Stimme und der Bewegung, sondern auch mit dem Herzen dabei. Möglich war diese Leistung auch, weil Eltern hinter den Kulissen als Betreuer und Bühnenarbeiter wirkten, und, weil »Regisseurin« Viola Richter wieder einmal Bedingungen geschaffen hatte, unter denen bei den kleinen Schauspielern die höchste Motivation entstehen konnte. Der Besucher kann die Mühen des Einstudierens nur ahnen. Aber keine menschliche Anlage ohne Bildung, so formulierte es Johann Gottfried Herder vor mehr als 200 Jahren.
Dem Spatzenchor gelang ein bemerkenswertes Ereignis.
Johannes Eichenthal

 
 

Information
www.niederfrohna.de

 
 

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Vielfalt statt Einheitskäse
Die kleinen Mäuse retten den guten Geschmack und die Käsevielfalt
 

Am 26. April 2009 erlebte der große Saal der Kindertagesstätte Pfiffikus in Niederfrohna einen gewaltigen Ansturm. Theaterbesucher aus allen Himmelsrichtungen kamen an diesem Tag in die Gemeinde. Sie alle wollten sich die Premiere eines neuen Musik-Theaterstückes nicht entgehen lassen. Je mehr sich der Saal füllte, um so mehr wuchs auch die Spannung vor und hinter dem Vorhang. Als es die Besucher vor Neugierde kaum noch aushielten, da ging es endlich los.


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