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Foto: In der 1. Reihe, zweite von links, die Witwe Margot Westenburger

Der Kunstwissenschaftler Alexander Stoll informierte im Anschluss über das Werk des Künstlers Carl-Heinz Westenburger vom Jahrgang 1924. Bisher seien in einem Werkverzeichnis etwa 2000 Positionen erfasst. Das Verzeichnis sei aber nicht abgeschlossen. Der Künstler habe etwa 45 große Werkausstellungen zu verzeichnen gehabt. Die Ausstellung zu seinem 80. Geburtstag im Jahre 2004 habe noch einmal verdeutlichen können, dass Leben und Werk bei Westenburger in einem engen Zusammenhang standen. Für die jetzige Ausstellung habe man etwa 50 Werke ausgewählt, die die Thematik Kammlandschaften berührten. Zu sehen seien Werke aus den 1940er Jahren bis hin zu Arbeiten aus den Jahren 2005/06. Die Kammlandschaft sei für Westenburger »Nährboden« und Inspiration seines Werkes gewesen, gleichzeitig aber hatte er unsere menschliche Abhängigkeit von der Natur erkannt. Frühzeitig engagierte sich Westenburger angesichts des »Waldsterbens« für den Schutz der Naturlandschaft. Dem Anschein nach liebte Westenburger die Wanderung auf den Berg, der kargen, eindrucksvollen Landschaft wegen, in der Himmel und Erde sehr nahe sind, aber auch, um einen Ausblick in die Ferne zu gewinnen. Ebenso war der bekennende Erzgebirger ein weltoffner Mensch, der seine Heimat schätzte und gleichzeitig gern Reisen in die Ferne unternahm. Die Ausstellung vermittelt das Bild eines Menschen, der in seinem langen Leben verschiedenste Erfahrungen machte, der Freude und Leid erlebte. Das Leben selbst hat ihn weise gemacht. Gleichzeitig kann man die handwerkliche Meisterschaft Westenburgers bewundern. Damit wird ein weiteres Mal deutlich, dass wir mit Westenburger den Vertreter einer Generation verloren, die keine Nachfolge gefunden hat. Was man uns heute als »große« Kunst präsentiert, das wird kaum Bestand haben. Entlastend muss man anfügen, dass wir in einer Zeit leben, der dem Anschein nach die Musen fliehen. Bildung wird heute durch ein »Wissensangebot« ersetzt. Mit unnützem Wissen vollgestopfte »Tourismusmanager« rissen gar die Deutungshoheit über unsere kulturelle Identität an sich: »Mittelalter-Events« und »Folklore-Spektakel« beherrschen die Szene. Wenn doch einmal Maler auftreten, dann möglichst viele gleichzeitig, und die Bilder möglichst groß, breit und lang. »Größe« wird, anders als beim Oberkellner Mager in Thomas Manns »Lotte in Weimar«, wörtlich genommen. Das bringt Schlagzielen und einen Moment Aufmerksamkeit auf dem Medienrummelplatz.
Aber man kann es als hoffnungsvollen Vorschein eines neuen Zeitalters deuten, wenn zur Ausstellung eines Werkes mit höchsten Ansprüchen so viele Besucher erscheinen.
Vielleicht hat das Regenwetter auch einmal ein Ende.
Johannes Eichenthal



 
 

Abbildung: Keilberggebiet II (Tusche, Aquarell, 2001, Ausschnitt

 
 

Abbildung: Keilberg (Kohlezeichnung, 1995), Ausschnitt

 
 

Abbildung:

Information

Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst
Schloss Schlettau, Schlossplatz 8, 09487 Schlettau
www.schloss-schlettau.de
Öffnungszeiten: Di–Fr 10–17 Uhr, Sa/So 14–17 Uhr
Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2009 zu sehen.

 
 

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Aus der Regenzeit
Eine Carl-Heinz-Westenburger-Ausstellung in Schloss Schlettau
 

Der 10. Juli des Jahres 2009 war im Erzgebirge einer von vielen verregneten Sommertagen. In der Galerie der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst trafen am Abend immer mehr Besucher ein. Letztlich reichten die Stühle nur für etwa die Hälfte aller Gäste. Der stellvertretende Landrat des Erzgebirgskreises Andreas Stark eröffnete vor dieser selbst für die Sammlung außerordentlich großen Besucherschar eine Ausstellung mit Werken des 2008 verstorbenen Malers Carl-Heinz Westenburger.


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