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Die Chemnitzer Marianne-Brandt-Gesellschaft erinnerte auf liebevolle Weise mit einer Ausstellung an ihren im Februar 2009 verstorbenen Ehrenvorsitzenden Prof. Hans Brockhage. Neben zwei der typischen Brockhage-Plastiken konnte der Besucher graphische Arbeiten, Holzschnitte und einige von Hans Brockhage gestaltete Industrieprodukte bewundern. Gleichzeitig präsentierte die Ausstellung auch einzelne Metall-Objekte von Marianne Brandt, der akademischen Lehrerin von Hans Brockhage. Man darf vermuten, dass wir diese einmalige Präsentation vor allem dem stillen Wirken von Carmen-Silva Hueber und Dr. Dietmar Keller zu verdanken haben.

 
 

Foto: Reinhold Lindner während seines Vortrages

Um 19.00 Uhr sprach der Publizist Reinhold Lindner, der gemeinsam mit Hans Brockhage die viel bewunderte aber leider im Buchhandel vergriffene, und nicht einmal mehr antiquarisch zu bekommende, Marianne-Brandt-Biographie von 2001 verfasste, zu Leben und Werk von Hans Brockhage. Lindner nannte ihn den Weltbürger aus Schwarzenberg. In der Tat war der international bekannte Skulpturist Zeit seines Lebens im Erzgebirge verwurzelt. Von hier bezog er seine Schaffenskraft. Doch seine Wirkung ging weit über den Horizont heutiger Tourismus-Manager, den ärgsten Feinden unserer Kultur, hinaus.

 
 

Foto: Für die Brockhagesche Plastik war selbst der große Galerie-Raum fast noch zu klein

Um 21.30 Uhr stellte Dr. Andreas Eichler das postum erschienene, letzte Buch von Hans Brockhage mit dem Titel »Paradies ist Sehnsucht. Zur Westerzgebirgischen Schnitzkunst« vor. Wie von Eichler zu erwarten, so sprach er auch diesmal mehr über Herder als über Brockhage. Nur weil Herder einmal einen Artikel über Bildhauerei schrieb, und Brockhage gesagt haben soll, dass sei das Beste, was er je über Skulptur gelesen habe. Eigenartig auch sein Hinweis, dass die Kunsthochschule Dresden 1954 gemeinsam mit Heinz Begenau von der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätte in Weimar angeblich eine Textsammlung Herders für die Studenten herausgegeben haben soll. Das würde ja bedeuten, dass Marianne Brandt und Heinz Begenau die Bedeutung der Herdersche Ästhetik schon 1954 erkannt hätten. Unglaublich! Das wäre doch dann bei den einschlägigen Lehrstuhlinhabern bis heute angekommen? Naja.

 
 

Abbildung: Hans Brockhage: Paradies ist Sehnsucht. Zur westerzgebirgischen Schnitzkunst.
2008, gebunden, 152 Seiten, zahlreiche Farbfotos, VP 39,80 €
ISBN 978-3-937654-36-2
Das Buch ist in jeder Buchhandlung oder direkt beim Verlag erhältlich.
verlag@mironde.com


Wer bis kurz vor Mitternacht blieb, der konnte noch die Stimme von Silke Friedmann und Silke Kratzsch am Klavier mit Jazz und Blues bei Mondenschein hören. Ein Ereignis, nicht nur für Romantiker. Der Eindruck bleibt uns noch lange im Gedächtnis. Es ist erfreulich, dass nicht nur zahlreiche private Sponsoren diese Eigeninitiative Kunstnacht unterstützen, sondern auch der Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen. Noch ist also nicht alles verloren, noch können wir hoffen.
Johannes Eichenthal

Information
www.kunstnacht-lichtenwalde.de
www.mariannebrandt-gesellschaft.de
www.mironde.com

 
 

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Das Anti-Event in Lichtenwalde
Buergerinitiative machte 6. Kunstnacht möglich
 

Wie eine Oase in der Wüste der allgegenwärtigen Eventisierung von Kunst, der Massenverblödung und des niemals-enden-wollenden Spektakels zieht uns die kleine, überschaubare Kunstnacht seit Jahren an. Das so genannte Rittergut Lichtenwalde, eigentlich die Gebäude, in denen einst die profane Ernährung der erlauchten Herrschaften gesichert wurde, war am 5. September wieder in einen Kulturraum verwandelt. Viele fleißige ehrenamtliche Helfer bereiteten die Veranstaltung so gut vor, dass auch das schlechte Wetter keinen Schaden anrichten konnte. Das Spektrum der Musik-Veranstaltungen reichte von Blues über Folkrock, Jazz bis hin zu klassischem Liedgesang. Dazu Ausstellungen und Kunsthandwerk.


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