litterata  :  Reportagen  :  Neuzugänge 2009  
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Zur diesjährigen Novemberausstellung konnte Kulturraumsekretär Steffen Meyer am 6. November im Festsaal von Schloss Schlettau auf  die Kunstwerk-Neuzugänge von Prof. Dieter Gantz, Konrad Knebel, Rolf Schubert, Hermann Glöckner, Otto Müller-Eibenstock, Georg Gelbke, Brigitte Nicolai, Hans Weiss, Hans Meitzner und Martin Tille. Kurator Alexander Stoll begrüßte die Gäste mit Ausführungen zu den Neuzugängen. (Vollständiger Text am Artikelende)

 
 

Unter den zahlreichen Arbeiten fielen uns einige Werke besonders auf. Zunächst die Arbeit von Heinz Tetzner (1920–2007) mit dem Titel »Mühle«. (Ausschnitt)

 
 

Hier ein Aquarell (Ausschnitt) der international bekannten Malerin und Bildhauerin Marianne Brandt (1893–1983) mit dem Titel »Schneeschmelze in Unterwiesenthal«. (Eine Leihgabe der Familie D. Groh)

 
 

Schließlich eine Arbeit des international bedeutsamen Graphikers, Dichters und Philosophen Carlfriedrich Claus (1930–1998) über eine »innere Landschaft« mit dem Titel »Bewusstseinszustände im Schlaf« (Ausschnitt).
Johannes Eichenthal

Information
Rede von Alexander Stoll

Auch in diesem Herbst können wir wieder eine Reihe von Neuzugängen vorstellen.Im Zusammenhang mir der Neugestaltung der Dauerausstellung ergibt sich jetzt auch ein ganz neues Gesamtbild im Ausstellungssaal.Während im vergangenen Jahr Vertreter der jüngeren Generationen im Mittelpunkt standen, sind es diesmal ältere Künstler, die teilweise schon nicht mehr leben und nun mit Arbeiten hier in der Sammlung vertreten sind.Einen Schwerpunkt bilden Werke von drei Berliner Künstlerfreunden von Carl-Heinz Westenburger. Allesamt Studienkollegen und bereits durch die Initiative von Carl Heinz seit dem Auftakt im Jahr 2003 mit unserer Sammlung über Leihgaben und Schenkungen verbunden.
Zunächst wäre Konrad Knebel zu erwähnen. Seine farblich subtilen Arbeiten hingen von Anfang an hier in der Ausstellung. Zwei Gemälde haben jetzt den Platz gewechselt. Und wir freuen uns besonders, dass Herr Knebel die Leihgaben kürzlich in Schenkungen umgewandelt hat, so dass sie nun dauerhaft hier im Erzgebirge bleiben können.

Im Kalender für 2010 des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz gibt es ein Wochenblatt (April) zu Knebel, in dem der Künstler näher vorgestellt wird.

Rolf Schubert hat drei neue Arbeiten als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt. Zwei davon haben einen wichtigen Aspekt der Industrielandschaft im Blick, denn das Erzgebirge ist ja nicht nur geprägt von Wäldern, Hügeln und kleinen Häuschen. Im Gegenteil, der Bergbau und die dazugehörigen Anlagen haben der Landschaft einen ganz besonderen Stempel aufgedrückt.
Gerade die Kalköfen sind von landschaftsprägender Form und haben eine fast skulpturale Gestalt, was die Bilder von Schubert gut und in feinsinnigem Kolorit zum Ausdruck bringen.

Dieter Gantz hatte bereits vor einiger Zeit ein Gemälde für die Sammlung gestiftet (Schachtlandschaft). Nun hat er extra für Schlettau ein weiteres Werk geschaffen, das die alte Spinnmühle zeigt und somit auch ein Stück Industriegeschichte im Erzgebirge festhält, denn um den Bestand der Originalsubstanz jener frühen Zeugnisse der Industrialisierung ist es ja nicht besonders gut bestellt, ob hier in Schlettau, in Siebenhöfen und Tannenberg oder anderswo.

Der Chemnitzer Gerhard Klampäckel, ebenfalls ein enger Kollege und Freund von Carl-Heinz Westenburger, ist Dank einer Schenkung aus dem Nachlass noch ganz frisch in die Ausstellung gelangt. Zwei große Tuschezeichnungen, ausgeführt in der typisch dynamisch expressiven Pinselduktus von Klampäckel, zeigen Frauen bei der Feldarbeit in Holzhau. Es sind Milieustudien, die die harte Arbeit auf den Feldern im oberen Erzgebirge zeigen und heute schon historisch zu nennen sind.

Ebenso im Bereich der Milieuschilderung angesiedelt konnten wir ein interessantes Blatt eines unbekannten Künstlers erwerben. Es zeigt laut Beschriftung auf der Rückseite »Max Geyer – den Spitzenklöppler im Erzgebirge«. Es ist ein sehr fein gearbeiteter Holzschnitt, in dem die typische Heimarbeit im Erzgebirge dokumentiert wird, in dem aber auch die kargen und bescheidenen Verhältnisse der damaligen Zeiten deutlich zu spüren sind, was im Schwarz-Weiß des Holzschnittes adäquat zur Geltung kommt.

Mit Martin Tille ist nun auch ein vor allem in der Marienberger Region bekannter Künstler vertreten. Seine kleinformatigen Pastelle zeigen stimmungsvolle Landschaftsblicke, wie sie im Erzgebirge häufig zu finden sind und wie sie die Künstler stets begeistert haben.

Hans Meitzner, ein in Hainichen ansässiger Künstler, hat vielfach im Erzgebirge gemalt und gezeichnet. Gerade hier in der Gegend von Geyer oder Hermannsdorf entstanden verschiedene Werke, von denen wir einige als Dauerleihgaben aus dem Nachlass hier präsentieren. U.a. finden Sie einen interessanten Blick auf das Sägewerk in Siebenhöfen bei Geyer.

Nachdem wir im letzten Jahr ein kleines, herbstliches Landschaftsgemälde von Otto Müller-Eibenstock vorstellen konnten, zeigen wir in diesem Jahr eine kleine ungegenständliche Zeichnung, welche die Polarität im Schaffen des Altmeisters zwischen Realistischem und Abstrakten dokumentiert. Erinnern sich bestimmt noch an die erste große Sonderausstellung hier im Jahr 2004.

Eine ganz ähnlich Polarität findet sich auch im Schaffen des bekannten Dresdner Künstlers Hermann Glöckner – ein Zeitgenosse von Müller-Eibenstock.

Glöckner gilt als einer der Klassiker in der sächsischen Kunst im 20. Jahrhundert und ist heute weit über die Region hinaus bekannt und anerkannt. Er war aufgrund seiner kompromisslosen Haltung und als Verfechter einer nichtgegenständlichen Kunst zu DDR Zeiten nur einem kleinen Kennerkreis bekannt. Erst Ende der 80er Jahre akzeptierte man langsam sein Schaffen und nach großem Ringen wurde in Dresden an der TU auch eine große abstrakte Metallplastik im öffentlichen Raum aufgestellt.

Schon während der 20er und 30er Jahre experimentierte Glöckner, angeregt durch die internationalen Entwicklungen, mit abstrakten und konstruktiven Formen.
Aber er hat parallel dazu gerade in dieser Zeit immer wieder auch nach der Natur gezeichnet und die dort gesehen Formen und Strukturen in seine spezifische Bildsprache übersetzt. Das Blatt in unserer Ausstellung ist eine Kohlezeichnung aus dem Jahr 1929 und wohl im östlichen Erzgebirge entstanden, wo Glöckner sich von Dresden aus oftmals aufgehalten hat.
 
Deutlich wird hier seine Neigung zu geometrischen Formen. Aber es gelingt ihm, das Konstruktive der Häuser, ihre Einbettung in die Landschaftsstrukturen, die Formen der Bäume und die Linien der Wege zu einem geschlossenen Ganzen zusammenzuführen, das viel von der Beziehung der Menschen zu ihrer unmittelbaren Umgebung dieser Zeit in sich trägt.


© Alexander Stoll, 6.11.09

Information
www.kulturraum-erzgebirge-mittelsachsen.de
www. schlettau.de
www.schloss-schlettau.de

 
 

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Neuzugänge 2009
Ausstellungseröffnung in Schloss Schlettau
 

Die Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst war im Sommer diesen Jahres mit einer Kammlandschaften-Ausstellung zu Leben und Werk des Malers Carl-Heinz Westenburger hervorgetreten, der am 4. September 85 Jahre alt geworden wäre. Westenburger war es auch, der den Impuls für die Gründung der Sammlung gab. So ist es nicht verwunderlich, dass aus dem Freundes- und Bekanntenkreis Westenburgers besonders viele Künstler mit Schenkungen oder Dauerleihgaben zur Sammlung beitrugen. Aber auch einzelne Ankäufe konnten getätigt werden.

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