litterata  :  Reportagen  :  Weißes Gold in Meißen  
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Im Laufe des Abends gab es eine Reihe weiterer interessanter Veranstaltungen in der Porzellan-Manufaktur. Unter dem Titel »Klingendes Porzellan« stellte die Musikerin Carmen Wutzler in der Schauhalle der Manufaktur den bekannten Porzellan-Künstler Ludwig Zepner (Jahrgang 1931) vor. Er war in der Nähe von Breslau geboren und kam 1946 als Flüchtling nach Meißen. Hier besuchte er von 1948–52 die Keramikschule der Manufaktur. Im Gespräch sagte er, dass er zwei Jahre an der Ingenieurschule für Keramik in Hermsdorf studierte. Schließlich absolvierte er aber auch ein Formgestalter-Studium an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee. Ludwig Zepner verlieh den neuen Produkten der Manufaktur im Laufe der Jahrzehnte eine interessante Formensprache und innovativen Geist.

 
 

Der Abend fand vor der weltweit ersten »Porzellan-Orgel« mit klingenden Porzellanorgelpfeifen aus Meissener Porzellan statt. Ludwig Zepner erzählte die Geschichte dieses Instruments. August der Starke erteilte 1732 einen Befehl zum Bau einer Orgel mit Porzellanpfeifen und einem Glockenspiel aus Porzellan in einer Kapelle. Auf einen Vorschlag des Manufaktur-Direktors Hannes Walter habe Ludwig Zepner im Jahre 2000 diese Orgel mit ihren einmaligen Pfeifen entwickelt. Die Aufgabe sei nicht einfach gewesen, da Porzellan bekanntlich beim Brennen um 16 Prozent schrumpft. Er habe die Pfeifen in drei Teilen einzeln gebrannt und anschließend beim Verkleben konnten sie mit Hilfe von Diamantfeilen intoniert werden. Es seien ihm hier die Erkenntnisse nützlich gewesen, die er einst an der Ingenieurschule in Hermsdorf in Bezug auf Brennprozesse gewinnen konnte. Schließlich habe man mit fast 300-jähriger Verspätung doch die Anordnung des großen Kurfürsten erfüllen können. Zum Beweis der Funktionsfähigkeit setzte sich Ludwig Zepner an die Orgel und spielte ein kurzes Stück.

 
 

Ludwig Zepner erwähnte auf Nachfrage, dass er danach eine Orgel mit Glockenspiel entwickelte, so lautete ja der Auftrag von August dem Starken. Diese Orgel stehe heute in Japan.
Carmen Wutzler ließ zwischen den Fragen die Porzellanpfeifen in munteren Tönen erklingen. Im Duett begleitete sie ihr Ehemann Friedemann Wutzler am Klavier.
Das war ein interessanter und schwungvoller Abend.
Die Grenzen des Porzellans als Material sind wahrscheinlich noch nicht erreicht. Wir sind gespannt, was die Meissener Manufaktur in den nächsten Jahren an neuen Ideen hervorbringen wird.
Johannes Eichental

 
 

Information

www.meissen.com

www.wutzler-verlag.de (Musikverlag)

Görner, Eberhard (Hrsg.): Weißes Gold im Erzgebirge? Veit Hans Schnorr von Carolsfeld (1644–1715). ISBN 978-3-937654-57-7
Gedruckt wurde das Buch bei Westermann in Zwickau.
Über die Angabe der ISBN in jeder Buchhandlung erhältlich oder direkt beim Verlag
verlag@mironde.com
Versandkostenfreie Zusendung
Weitere Informationen: www.mironde.com

 
 

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Weißes Gold in Meißen
Interessantes Gespräch mit Ludwig Zepner
 

Am 19. Juni 2010 veranstalteten kulturelle Einrichtungen in Meißen eine Lange Nacht. Aus diesem Grund stellten die Städte Aue, Freiberg und Schneeberg ihr gemeinsames Buchprojekt »Weißes Gold im Erzgebirge? Veit Hans Schnorr von Carolsfeld« in der Meissener Porzellan-Manufaktur vor.
Nach Klängen erzgebirgischer Bergmannsbläser begrüßte Wolfgang Kolitsch die Gäste. Prof. Eberhard Görner, der Herausgeber des ersten Bandes der Edition Kammweg-Geschichte las darauf einige Passagen und führte die Zuhörer zum Anliegen des Buches hin: das Erzgebirge lieferte sowohl das Kaolin (die weiße Tonerde für das Porzellan), als auch die besten Freiberger Bergleute, die Johann Böttcher und Freiherrn Ehrenfried Walther von Tschirnhaus bei der Erfindung des Porzellans technisch zur Seite standen.

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