litterata  :  Reportagen  :  Katharina Kammer  
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Und sie fehlte nie bei unseren Treffen: Man las einander Neues vor, man debattierte freimütig, (entgegen heute oft anders lautenden Darstellungen), und der jeweilige Neuling hatte viel Handwerk zu lernen aus der Kritik der Erfahrenen. Zu denen gehörte neben Johannes Arnold, Hermann Heinz Wille, Regina Hastedt, Klaus Walther, den Meyers eben auch Katharina Kammer-Veken.

 
 

Jetzt, wo ich Kurzgeschichten aus ihrem frühen Schaffen lese, wird mir bewusst, worin dessen besondere Stärke besteht: In der Vorausschau klarer Handlungsabläufe, die einen Stoff für den Verfasser selbst griffig, und dann fürs Publikum einleuchtend machen. Eine wichtige Kunst etwa auch fürs Drehbuchschreiben: Noch heute werden gelegentlich aus der legendären »Staatsanwalt«-Serie Krimis ausgestrahlt: »Die Kette« z. B. oder »Das Bleiglasfenster«. Drehbuch: Katharina Kammer.
Dann fällt ein gewisser Hang zu sprachlichem Expressionismus auf, wie er bei der frühen Anna Seghers zu finden ist: Dort liest man: Die Stühle des Straßencafés »schnappten« nach den Vorübergehenden. Bei Katharina: Der Hund Nico und das Mädchen Anita »knäuelten« den Wiesenhang hinunter. Man kann sich die Szene gut vorstellen.

 
 

Foto: Zu den Gratulanten gehörte an diesem Tag auch Dr. Klaus Walther, der Vize-Präsident des Sächsischen Schriftstellervereins

Zur Zeit »brütet« die Autorin (Ich erlaube mir gleichfalls ein expressives Verb) über ihrer noch unvollendeten Erzählung »Ein junges Fräulein verbrennt sich« über den Dr. Linse, der maßgeblich an der Arisierung jüdischen Besitzes in Chemnitz mitgewirkt hat.
Sie liebt Musik, vor allem Mozart, weswegen sie aktives Mitglied im Chemnitzer Musikverein ist, sie führt vor den Kameras von Flöha-TV (Sie wohnt in Flöha) Interviews mit Kollegen. Sie bewahrt ihre/meine Überzeugungen. Nachzulesen in ihrem wohl wichtigsten, stark autobiografischen Roman »Bekenntnisse für meinen Stiefsohn«. Und was sonst wohl weniger publik ist: Sie schneidert.
Sie disputiert wie eh und je. Sie fährt Auto. Eine unauffällige Delle in der Regenröhre an meinem Wohnhaus erinnert daran. (Dergleichen passiert auch Jüngeren.)
Über so viel Aktivität berichten – bei welcher Seniorin sonst kann man das?
Sie ist eine – aber nur nach Jahren. Und wir alle wünschen Ihr noch viele in Gesundheit.
Günter Saalmann

 
 

Foto: Ein Gemälde des Schriftstellers Karl Veken (1904-1971), des Ehemanns von Katharina Kammer-Veken

 
 

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Katharina Kammer-Veken wird heute 90
Ein Geburtstagsgruß von Günter Saalmann
 

Die ersten Begegnungen meinerseits mit Katharina lagen in der Zeit, als die Schriftstellerei staatswichtig genommen wurde. Da war unter den Frauen und Männern der Feder bzw. der Erika-Schreibmaschine, die sich im Karl-Marx-Städter Nerudaklub trafen, eine Dame, eine Lady. Hochgewachsen, in meiner Erinnerung schon damals mit silbernem Haar, einen silbernen Armreif am Handgelenk, mit selbstbewusstem Auftreten und einleuchtendem Redebeitrag.

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