litterata  :  Reportagen  :  Weißes Gold in Aue  
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Prof. Eberhard Görner, der Herausgeber des Buches, stellte an diesem Abend den Gästen der Stadt ausgewählte Kapitel vor. Wie wir es vom Autor gewöhnt sind, las er wieder ausführlich, unterbrach mit einigen persönlichen Bemerkungen und stellte sich am Ende auch der Diskussion.

 
 

Foto: Das Rathaus von Aue

An diesem Abend legte der Professor den Schwerpunkt seiner Darstellung auf die Schwierigkeiten, die bei der Erfindung des Porzellans auftraten. Trotz vieler Fehlschläge und eines gewaltigen Aufwandes des Unternehmens habe Kurfürst August der Starke  immer strategisch gedacht. In einer Zeit der größten Krise habe er seinen Berghauptmann Papst von Oheim angewiesen, seine besten Leute nach Meißen zu schicken. Das waren Bergleute mit großen Erfahrungen in der Materialkunde, mit Schmelz- und Brennprozessen. Das Zusammenwirken des Erfinders Böttger, des Wissenschaftsorganisators Tschirnhaus und der Meister aus der Bergbauzunft habe die Erfindung des Porzellans schließlich ermöglicht.

 
 

Prof. Eberhard Görner während des Vortrages

In einer Nebenbemerkung verglich Professor Görner die Erfindung des Porzellans mit der heutigen Praxis. Bei derartigen Fehlschlägen wäre heute ein Unternehmen von solcher Dimension wahrscheinlich aufgeben worden. Die Beschäftigten wären entlassen worden. Aber August der Starke habe in strategischen Belangen den Satz »Das rechnet sich nicht.« nicht geduldet. Sachsen habe in Sachen Porzellan der Wirtschaftsentwicklung in ganz Europa einen Impuls geben, und die Importe aus China überflüssig machen können.

 
 

Foto: Oberbürgermeister Heinrich Kohl ließ sich als Erster ein Buch von Prof. Eberhard Görner signieren. Es war »Am Abrund der Utopie«, erschienen bei Faber & Faber in Leipzig.

Kommentar
Wenn wir hören, dass August der Starke die Erfindung des Porzellans mit Steuermitteln förderte, auch wenn die Erfolge erst nach Jahren sichtbar wurden, dann fällt uns seine berühmte Frage an Kanzler Brühl ein: »Brühl, ist noch Geld in der Kasse?« Wir wissen auch, dass Brühl die Steuerschraube immer weiter andrehte, um seinem Chef das Gewünschte liefern zu können.
Kann man das gut heißen?
Die Antwort gab Eberhard Görner in seinem Buch »Der Narr und sein König«. Hier ließ er den Hofnarren Joseph Fröhlich sagen, dass Kultur (und technologische Kreativität gehört dazu) Geld koste, viel Geld. Aber, so der Narr Fröhlich, niemals so viel, wie Waffen und Krieg.
Johannes Eichenthal

Information
Die nächste Lesung aus »Weißes Gold im Erzgebirge wird Professor Görner durchführen:
am 27.10.2010 in der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Dresden
am 19. 11.2010 im Dresdner Lignerschloss

Görner, Eberhard (Hrsg.): Weißes Gold aus dem Erzgebirge? Veit Hans Schnorr von Carolsfeld (1644-1715). ISBN 978-3-937654-57-7
www.mironde.com

 
 

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Weißes Gold im Rathaus von Aue
Eberhard Görner stellte sein neues Buch vor
 

Am 1. Oktober begrüßte Oberbürgermeister Heinrich Kohl mit großer Freude unter den Gästen einer Buchlesung auch eine Delegation der Partnerstadt Solingen im Saal des Rathauses von Aue. Der Oberbürgermeister führte an diesem Abend in die Kulturgeschichte des Erzgebirges ein. Im Mittelpunkt stehe die Weiße Erde aus Aue, die für die Erfindung des Meißner Porzellans vor genau 300 Jahren eine große Rolle spielte. Über 150 Jahre lange lieferte die Weiße-Erden-Zeche das weiße Kaolin, diesen wertvollen Rohstoff nach Meißen. Um daran zu erinnern beförderten die Städte Aue, Freiberg und Schneeberg die Herausgabe eines Buches mit dem Titel »Weißes Gold im Erzgebirge? Veit Hans Schnorr von Carolsfeld«.

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