Interview

Buchmesse Leipzig. Mit Birgit Eichler im Gespräch.

 

 

Johannes Eichenthal traf sich im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu einem Gespräch mit Birgit Eichler, der Geschäftsführerin des Mironde-Verlages.

 

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(Foto: Buchmesse Leipzig 2012, links die Vertretung der A-Null-Bausoftware Wien, ganz rechts Birgit Eichler.)

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Sehr geehrte Frau Eichler, mit welchen Neuerscheinungen kommen Sie nach Leipzig?

Zunächst möchte ich auf das Buch »475 Jahre Papier aus Penig« hinweisen. Der Autor Heiner Unger stellt in konzentrierter Form, sachlich und informativ die Geschichte der Papiermühle, später Papierfabrik Penig dar. Papier aus Penig wurde selbstverständlich über Jahrhunderte in die Buchstadt Leipzig geliefert. Heute fertigt man in Penig vorwiegend technische Papiere. Penig ist jedoch der älteste Standort der Papierherstellung in Deutschland, an dem heute noch produziert wird.

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Hier sehe ich ein Buch mit dem Titel »Stromgewinnung mit Klärgas. Das Stirling-Kraftwerk.«

Die beiden Autoren Prof. Dr. Karin Heinrich und Dr. Steffen Heinrich dokumentieren den erfolgreichen Dauerbetrieb des weltweit ersten Stirling-Motors mit nennenswerter Leistung, der mit einem industriell anfallendem Gas betrieben wird. In diesem Fall stammt das Brenngas aus der Kläranlage des ZV Frohnbach (Stadt Limbach-Oberfrohna und Gemeinde Niederfrohna). Aber auch in Deponien anfallendes Gas wäre geeignet. Bislang werden solche Stirling Motoren vorwiegend über Holzvergasung betrieben, d.h. man muss das Gas erst durch Holzverbrennung erzeugen, oder anfallendes Industriegas wird mit LKW-Otto-Motoren verbrannt.

Der Stirling-Motor ist für den Dauerbetrieb geeignet und wesentlich wartungsärmer als ein Otto-Motor. Den beiden Autoren und dem kleinen Zweckverband Frohnbach gelang eine Innovation des um 1820 vom schottischen Pfarrer Stirling erfundenen Motors. Für den Betrieb mit Biogas ist der Stirling-Motor prädestiniert. Das Buch ist ein Muss für alle nachhaltig und weitsichtig denkenden Menschen.

Ich lade Sie zur Buchvorstellung am 14.3.2013, in das Sachbuchforum Halle 5, Reihe A, Stand 211 um 13.30 Uhr ein. Beide Autoren stehen danach am Stand des Mironde-Verlages Halle 5, Reihe B, Stand 109 zu Gesprächen zur Verfügung.

 

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Und diese Bücher mit dem Titel »Archicad«?

Es sind zwei Handbücher für die Einarbeitung in das Architektursoftware-Programm ARCHICAD. Bernhard Binder, der Schulungsleiter der A-Null-Bausoftware in Wien, der Österreich-Vertretung von Graphiesoft, stellt einmal das Grundkurs-Handbuch für das Programm Archicad16 vor. Darauf aufbauend ist das »ArchicadBIM Modelling und Dokumentation« entstanden. »BIM« ist eine Abkürzung von »Building Information Modelling«. Es handelt sich um ein innovatives Verfahren des digitalen »Bauens«. Das Modell wird hier »gebaut«, nicht mehr gezeichnet. Es geht um einen Paradigmenwechsel in der Architektur. Wenn man den Anschluss nicht verpassen will, dann sollte man beide Bücher bestellen.

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Ich lade Sie zur Buchvorstellung am 15.3.2013, in das Sachbuchforum Halle 5, Reihe A, Stand 211 um 12.30 Uhr ein. Der Autor steht danach am Stand des Mironde-Verlages Halle 5, Reihe B, Stand 109 zu Gesprächen zur Verfügung.

 

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Haben Sie auch Romane oder Erzählungen im Programm?

Ja, hier möchte ich an erster Stelle den Erzählungsband von Günter Johne, ( Jg.1929) nennen. Der promovierte Volkswirt, studierte Slawist und Arabist, der lange Jahre im diplomatischen Dienst arbeitete, kehrt in seinen Erzählungen immer wieder in seine Geburtsstadt Dresden zurück. Aus der Differenz von Welterfahrung und Heimatgefühl erwächst der Reiz von Johnes Erzählungen. Der Band ist für alle Dresden-Liebhaber zu empfehlen.

Der Autor steht am 14.3.2013 ab 13.30 Uhr am Stand des Mironde-Verlages Halle 5, Reihe B, Stand 109 zu Gesprächen zur Verfügung.

 

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Was lese ich hier »Das Prinzip Haftung«?

Ja, das ist ein philosophischer Essay von Wolf-Dieter Beyer. Der Autor ist gelernter Maschinenbau-Diplomingenieur, war in der Automobilzulieferindustrie tätig, betrieb selbst ein mittelständiges Unternehmen, wurde 1989/90 Mitglied des »Demokratischen Aufbruch«, sogar Generalsekretär des DA und später CDU-Landtagsabgeordneter in Dresden. Seine Kritik der Finanz- und Europapolitik wird begleitet von dem Versuch, an die Prinzipien der »Sozialen Marktwirtschaft« und die Theorie von Walter Eucken neu anzuknüpfen.

Für alle verantwortungsbewussten und kritisch denkenden Leserinnen und Leser unbedingt empfehlenswert.

Der Autor steht am 14.3.2013 ab 13.30 Uhr am Stand des Mironde-Verlages Halle 5, Reihe B, Stand 109 zu Gesprächen zur Verfügung.

 

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Mit Erstaunen sehe ich auch einen Lyrik-Band?

»Miss Suki oder Amerika ist nicht weit« von Utz Rachowski. Der Autor zeigt sich hier von einer ganz neuen Seite. Das Publikum wird erstaunt sein. Auf sanfte Weise, in einer Art vom Zwiegespräch mit einem Hund, der natürlich nicht antwortet, vermittelt Utz Rachowski poetische Einsichten in den Lauf der Welt. Im Einklang mit dem gewählten Ton ist auch die Gestaltung des Bandes gewählt. Allen Menschen, die auf der Suche nach Entdeckungen sind, sei dieser Band empfohlen.

Ich lade Sie zur Buchvorstellung am 16.3.2013, in das Literaturforum Halle 5, Reihe F, Stand 600 um 16.00 Uhr ein. Der Autor steht davor und danach am Stand des Mironde-Verlages Halle 5, Reihe B, Stand 109 zu Gesprächen zur Verfügung.

 

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Innokonservation? Was soll denn dieser Buchtitel heißen?

Der Autor Andreas Eichler, ein promovierter Philosoph, hat hier die Worte »Innovation« und »Konservation« zusammengesetzt. Er lässt einen älteren »Konservativen« und einen jüngeren »Innovativen« auf der Buchmesse in Wien zusammentreffen. Inmitten des Trubels führen beide einen Dialog über die Zukunft des traditionellen Buches, das digitale Buch, den Computer, das menschliches Denkvermögen, Gott und die Welt, und um die Frage, ob man an Traditionen festhalten oder sich dem Fortschritt widmen sollte.

Der philosophische Diskurs wird durch zehn Kalligrapien etwas leichter.

Ich lade Sie zur Buchvorstellung am 14.3.2013, in das Sachbuchforum Halle 5, Reihe A, Stand 211 um 17.00 Uhr ein. Der Autor steht davor und danach am Stand des Mironde-Verlages Halle 5, Reihe B, Stand 109 zu Gesprächen zur Verfügung.

 

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Und was ist ihr Anteil an den Büchern?

Ich bin gelernte Diplom-Industrieformgestalterin. Die Illustration unserer Bücher und die angemessene Gestaltung sind meine Aufgaben.

Bei unseren Sachbüchern geht es mir um ein klares Layout und informative Darstellungen komplexer technischer Prozesse. Gerade bei dem Stirling-Buch haben wir sehr viele Abbildungen eingebracht. Der Laie, aber auch der Fachmann angrenzender Disziplinen, findet so einen anderen Zugang zur Problematik.

Als Grundlage für die Computergrafik arbeite ich im Handwerk der Kalligraphie. Mitunter bietet es sich an auch kalligraphische Elemente in die Buchgestaltung einzubringen oder wie bei dem zuletzt besprochenen Buch die Gestaltung sogar auf Kalligraphie zu konzentrieren.

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Eine Neuerscheinung für die kleinen Leser: Steffi Wähner: Mein kleines Parkeisenbahnbuch

 

Mit unserem neuen Programm haben wir uns noch mehr auf die Verbesserung der Ausstattung unserer Bücher konzentriert. Mit der Edition-Mironde streben wir ein hohes Niveau des industriell hergestellten Buches an. Mit den heutigen technischen Mitteln ist eine Verbindung von Handwerk und Technik möglich. Der Buchdruck wurde erfunden, um wichtige Inhalte unter die Leute zu bringen, nicht um Einzelexemplare herzustellen, wie es noch in den Scriptorien der Klöster geschah. Es hängt allein vom Gestalter ab, ob er modernste Computertechnik und traditionelles Handwerk verbinden kann. Wir versuchen das.

Vielen Dank für das Gespräch!

Johannes Eichenthal

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