Reportagen

Novitäten in der Stadtbibliothek Chemnitz

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Uwe Hastreiter begrüßte im Namen der Stadtbibliothek Chemnitz am Abend des 27. Februar Hans-Jörg Dost vom Schriftstellerverein Chemnitz-Erzgebirge e.V. zu einer Lesung neuester Texte.

 

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Hans Jörg Dost, 1941 in Leipzig geboren, las vorwiegend unveröffentlichte Texte mit autobiographischem Hintergrund. Der studierte Theologe arbeitet bis zum Ruhestand als Pfarrer. Erinnerungen an vergangene Jahrzehnte bestimmten den Inhalt seiner Erzählungen.

 

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Unter den Besuchern waren auch Bekannte und Wegbegleiter vergangener Jahrzehnte. Mitunter konnte man an den Reaktionen hören, dass ein Teil des Publikums den Hintergrundes der Geschichte, diese oder jene Person, kannte.

 

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Hans-Jörg Dost trug dem Publikum auch Teile einer größeren Erzählung vor. Den Reigen beendeten einige Gedichte. Den stärksten Eindruck hinterließ der Autor mit seinen Kurzgeschichten bei uns. In den Dialogen blitzte mitunter ein besonderer Ton auf, von dem wir gerne mehr gehört hätten.
Es schloss sich ein munteres Gespräch über den Sinn oder Unsinn von Autobiographien oder autobiographisch angelegten Texten an. Das Publikum versteht in der Regel jeden Buchstaben eines Schriftstellers autobiographisch. Der Autor kann dementieren so viel er will. Es nützt nichts. Dichter-Gelehrte wie Henry James oder Gert Hofmann dagegen lehnten Autobiographisches grundsätzlich ab, wie jeden Versuch von Kunst, die James mit Literatur gleich setzt, realistisch und aktuell sein zu wollen. Das Thema des Erzählens lautet: es hätte so gewesen sein können. Literatur müsse also Geschichten und auch Heldentum erfinden, um uns von dem tristen, ungerechten und langweiligen Leben zu erlösen. Heldentum, so James, sei aber kein Sterben für das Vaterland o.ä., sondern Denkversessenheit und Wachheit. Hier wird man nicht zufällig an Matthäus 25.13 erinnert. Die Diskussion verführte einen zum Weiterdenken. Was will ein Autor mehr. Aber ich schwofte ab. Pardon.
Mit dem Beifall des Publikums und dem Dank von Uwe Hastreiter ging die Lesung in der Stadtbibliothek zu Ende.
Johannes Eichenthal

Information
Die Lesereihe »Novitäten« des Schriftstellervereins Chemnitz-Erzgebirge und der Stadtbibliothek Chemnitz wird mit Veranstaltungen im Monatsrhythmus in der Leseecke Kultur/Länder jeweils 18.00 Uhr weitergeführt. Der Eintritt ist jeweils frei.

Am 27.3.2014 wird Dr. Klaus Walther aus seinen noch unveröffentlichten Kriminalroman »Romantische Lieder und eine Leiche« lesen.

Im April treten Hans Brinkmann und Mathias Zwarg mit abweichendem Termin in der Lesenacht der Stadtbibliothek auf.

Am 22.5.2014 stellt Katharina Kammer-Veken ihre Texte vor.

Am 12.6.2014 wird Uwe Schneider aus seinem neuen Roman »Kati und die Männer« lesen.

Nach der Sommerpause geht die Reihe im September weiter.
www.stadtbibliothek-chemnitz.de

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