Reportagen

Literatur in der Wetzelmühle

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Die Schriftstellerin Katharina Kammer-Veken las am 16. August 2013 in der Niederfrohnaer Wetzelmühle, einer alten Mühle mit oberschlächtigem Wasserrad am Frohnbach, aus ihrem Roman »Bekenntnisse für meinen Stiefsohn«.

Fünfzehn Jahre nach dem Tod ihres Mannes Karl Veken meldete sich sein bis dahin unbekannter Sohn bei seiner Stiefmutter. Veken hatte seine erste Frau, eine polnische Jüdin, und ihren gemeinsamen Sohn, mit denen er in Paris lebte, nach der Auslieferung der französischen Behörden an die deutsche Besatzungsmacht, und der Einweisung in ein Lager, für tot gehalten. Die Sache wurde dadurch zusätzlich kompliziert, dass Karl Veken im Auftrag der KPD illegal in Paris arbeitete. Wie durch ein Wunder hatte der Sohn jedoch überlebt. In einer Art von »Briefroman« nimmt die Autorin den Dialog mit ihrem Stiefsohn auf. Er besucht sie mit seiner Frau in Augustusburg. Sie darf zu einem Gegenbesuch nach Paris. So ergibt eines das andere.

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Katharina Kammer nutzt diesen Roman zu einer Rechtfertigung ihres eigenen Lebens. Manche Menschen glauben ohne eine Rechtfertigung auszukommen. Doch unser Leben braucht einen Sinn, braucht Hoffnung und Glauben. Es gelang der alleinstehenden Mutter, eine Tochter stammte aus der geschiedenen ersten Ehe, die wirtschaftliche Selbständigkeit mit dem Streben nach Literatur und Musik zu verbinden. Vielen Frauen war und ist sie eine Art Leitfigur geworden. Mit fester Stimme und selbstbewusstem Habitus beeindruckte die Künstlerin auch das Publikum in Niederfrohna.

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Der Heimatverein Niederfrohna, der diese Lesung organisiert hatte, dankte der Literatin mit einem kleinen Geschenk für das buchenswerte Erlebnis.

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Einige Besucher, hier der Niederfrohnaer Bürgermeister Klaus Kertzscher, seine Gattin und die Organisatorin Gabriele Liebert (re. im Bild) baten Frau Kammer um ein Signet für ihr Buch. Mit einem geselligen Beisammensein auf dem Hof der Wetzelmühle klang dieser Abend aus.

 

Kommentar

Für die kleine Gemeinde Niederfrohna war diese Lesung wieder einmal ein kulturelles Ereignis. Gabriele Liebert meinte uns gegenüber, dass man in Zeiten, da Kultur und Bildung zunehmend  durch das Spektakel ersetzt würden, Zeichen zur Bewahrung der Kultur setzen müsse. Die Reaktion der Zuschauer sei ermutigend. Der Heimatverein Niederfrohna e.V. wolle seine Veranstaltungsreihe mit freiem Eintritt fortsetzen.

Johannes Eichenthal

 

Information

Katharina Kammer: Bekenntnisse für meinen Stiefsohn. Verlag am Park.  ISBN 3-89793-111-7. VP: 12,90 €

 

www.niederfrohna.de

 

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