GDZ
Reportagen

DER ZWERG ERKLÄRT IM GDZ

Sehr geehrte Damen und Herren, wir freuen uns, Ihnen heute einen Gastbeitrag von Karl Buchholtz vorstellen zu dürfen.

Auf den Straßen von Annaberg-Buchholz ist es am Sonnabendnachmittag, den 14. März, recht ruhig. Kaum ein Auto begegnet uns auf der Adam-Ries-Straße. Ein großes Gebäude mit auffälligen, großen Buchstaben „GDZ“ taucht vor uns auf. Es ist das „Technologieorientierte Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg“. Beim Eintreten in das Foyer lesen wir an den vielen Briefkästen sehr unterschiedliche Bezeichnungen für Firmen und Büros. Die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, der Tourismusverband Erzgebirge e.V. haben hier ihren Sitz aber auch der Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V. ist im Haus vertreten. In der dritten Etage ist der große Konferenzraum vorbereitet und erwartet Gäste. Eingeladen hat der Christliche Körperbehinderten Verein und seine Freunde Annaberg e.V. zu einem turnusmäßigen Treffen.

GDZ

Es ist früher Nachmittag und allmählich füllen sich die 70 vorbereiteten Stühle. Es kommen nach und nach Personen mit und ohne Begleitung in allen Altersklassen in den Raum.  Als der letzte Platz besetzt ist, kehrt Ruhe ein und die Gespräche verstummen. Man kennt sich, trifft sich regelmäßig an verschiedenen Orten. Ein Blick auf die Webseite des Vereins lässt die langfristige Planung erkennen. Erwartungsvoll blicken die Eingeladenen nach vorn. Auf der Leinwand wird das Motto des Vereins sichtbar: „Aufeinander Zugehen, Für den anderen da sein, Gemeinsam Erleben und Teilen“.

GDZ

Der verantwortliche Leiter Sebastian Lamm eröffnet die Veranstaltung, begrüßt die Anwesenden und leitet auf den ersten Tagesordnungspunkt über – die Andacht.

GDZ

Gemeindepädagoge Rico Bernecker von der Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz ergreift das Wort und spricht über das Thema „große Worte“, die sich u.a. in Hoffnung, Zuversicht und Geduld zeigen. Andächtig lauschen die Gäste den Ausführungen.

GDZ

Im Anschluss wird durch den Autor und Montanhistoriker Michael Schuster aus Annaberg-Buchholz sein Buch „Der Zwerg aus dem Berg“ vorgestellt. Er greift die Worte des Vorredners auf und macht deutlich, dass auch die Bergleute in historischer Zeit mit diesen Begriffen ihre Existenz zu sichern versuchten. Hoffnung auf einen reichen Anbruch, Zuversicht wieder gesund aus der Grube auszufahren und Geduld bei der mühsamen Arbeit im Berg. Abweichend von seinem sonstigen Vortagsstil verwendet Schuster diesmal nicht Abbildungen als A1-Ausdrucke auf einer Staffelei, sondern greift auf die heute oft übliche Technik der Projektion an eine Leinwand zurück. Dies war notwendig, da sonst die hinteren Reihen keinen Blick auf die Grafiken gehabt hätten. Mit Spannung folgten die Hörer den Ausführungen und die Geschichte begann sich zu entfalten. Ein Zwerg und ein in Annaberg geborener Junge mit Namen Lazarus treffen sich 1542 an der Stadtmauer. Es entfalten sich daraus über sieben Jahre immer neue Begegnungen. Der Zwerg tritt als Vermittler auf und nimmt große und kleine Leser mit auf eine Entdeckungsreise in die Welt des Montanwesens. Es wird über das Schützen von Ressourcen, Raubbau und Nachhaltigkeit gesprochen. Es geht um Erze, die zu Metallen verarbeitet werden und auch um Energielieferanten wie Wasser und Holz. Alles verpackt in kleine Episoden, die der Zwerg und der Junge gemeinsam erleben. Am Ende erfahren die gespannten Zuhörer, dass der Protagonist Lazarus mit 18 Jahren zum Studieren nach Wittenberg geht und ein Abschied bevorsteht.

GDZ

Voller Begeisterung nehmen die Mitglieder des Vereins die Botschaft von der Energie des besonderen Geschenks auf – einem Amethyst. Nach 60 Minuten Vortrag sind immer noch alle voller Spannung und Aufmerksamkeit, sodass der bis dahin den meisten Zuhörern unbekannte Lazarus Ercker in Erinnerung bleiben wird. Mit dem Hinweis, dass dieser wissbegierige Junge später sehr bekannt wurde und seine Bücher über 200 Jahre den damaligen Stand der Metallurgie widerspiegelten, endete die Buchvorstellung.

Ein Sohn der Stadt Annaberg-Buchholz wurde mit dieser Veranstaltung erneut ins rechte Licht gerückt.

GDZ

Während des anschließenden Kaffeetrinkens im Foyer wurde noch weiter über die Geschichte diskutiert und manche Frage an den Autor gestellt.

GDZ

Dieser Tag war für uns und den Verein ein besonderes Erlebnis auch wenn das „GDZ“ außerhalb des UNESCO-Welterbestandteils „Bergbaulandschaft Annaberg-Frohnau“ mit dem Hauptelement „Historische Altstadt Annaberg“ liegt. In diesem ist das Objekt Lazarus-Ercker-Haus angesiedelt. Wir fahren auf dem Heimweg durch die Magazingasse hinter dem Rathaus uns sehen, dass die Fassade denkmalschutzgerecht in neuem Glanz erstrahlt.

Karl Buchholtz

Die Litterata – Technik und Poesie in Mitteleuropa – ist ein Feuilleton des Mironde Verlags (www.mironde.com) und des Freundeskreises Gert Hofmann.

Information

Die Bücher Michael Schusters über Lazarus-Ercker sind in jeder Buchhandlung und direkt beim Verlag erhältlich:

Die Ausgabe mit festem Umschlag für Schulkinder, Eltern und Großeltern:

https://buchversand.mironde.com/p/michael-schuster-der-zwerg-aus-dem-berg

Das Bilderbuch für Vorschulkinder zwischen 3 und 6 Jahren:

https://buchversand.mironde.com/p/michael-schuster-der-zwerg-aus-dem-berg-bildergeschichte-einer-zeitreise

One thought on “DER ZWERG ERKLÄRT IM GDZ

  1. Es war eine sehr gelungene interessante, kurz gesagt, eine ganz besondere „Buchlesung“.
    Das Publikum war sehr gemischt von jung bis älter mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Allen hat es sehr gefallen. Man hat auch wieder neue Sachen erfahren, die man noch nicht kannte, wusste.
    Manche Teilnehmer wollten wissen, wo denn nun der Baum ist, wo der Zwerg lebt? Was muss ich tun, damit ich ihn treffe?
    Eine blinde Teilnehmerin meinte: “ Sie hätte sich das richtig gut vorstellen können, wie das früher so gewesen war.“
    Wir haben von unseren Leuten nur positives darüber gehört.
    Also nochmal Danke für die anschauliche Erzählung und die Geduld die vielen Fragen zu beantworten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert