Reportagen

Katharina Kammer-Veken in der Stadtbibliothek Chemnitz

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Am 22. Mai war unser gefühlter Sommeranfang. Mit nahezu tropischer Hitze verschaffte uns dieser Tag, der eigentlich in der Mitte des Frühlings angeordnet ist, einen Vorgeschmack auf Kommendes. Uwe Hastreiter begrüßte am Abend dieses heißen Tages Katharina Kammer-Veken in der Novitäten-Lesereihe, die gemeinsam von Stadtbibliothek Chemnitz und Schriftstellerverein Chemnitz-Erzgebirge organisiert wird.
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Katharina Kammer-Veken brauchte sich an diesem Abend nicht vorzustellen. Sie ist eine Legende. Dem sachkundigen Publikum sind sie und ihre Bücher seit langem bekannt. Auch als die Autorin einflocht, dass sie Jahrgang 1920 sei, wussten das die Zuhörer selbstverständlich bereits alle.
Frau Kammer-Veken las an diesem Abend aus einem Manuskript, an dem sie seit langer Zeit arbeitet. Sie sei aber nicht sicher, ob sie noch einmal ein größeres Werk in Angriff nehmen sollte.

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Katharina Kammer las, wie wir sie kennen, mit kraftvoller Stimme, die Mikrophonanlage war auf ihren Wunsch hin wieder beiseite geräumt worden: Ein junges Mädchen in der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Wie selbstverständlich nimmt man als Heranwachsende die Meinung der Regierung auf, die natürlich auch auf allen Kanälen auf die Menschen einströmt. Sie arbeitet als Sekretärin eines Juristen in der Chemnitzer Handelskammer, der die Enteignung jüdischer Unternehmer betrieb.
Beim Winterurlaub im Erzgebirge lernt sie einen magnetisierenden jungen Mann kennen. Es ist der Sohn eines bekannten Chemnitzer Arztes. Dieser geheimnisvolle junge Mann läßt sie nicht mehr los, obwohl es dem Anschein nach nur wenige Treffen gibt und dieser von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet. In der Sprache von Katharina Kammer-Veken wirken diese Episoden wie Träume.

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Nach der Lesung kommt es zu einer regen Diskussion. Es zeigt sich, dass viele Zuhörer gekommen sind, weil sie die Autorin als wichtige Zeitzeugin ansehen. Literatur ist selbstverständlich mehr als Zeitzeugenschaft. Es geht, wie es Johann Gottfried Herder einmal ausdrückte, um den Traum von Wahrheit. Es geht nicht darum, wie es in allen Einzelheiten war, sondern darum, wie es hätte gewesen sein können. Sei es wie es sei. Die  begeisterten Zuhörer bestärkten Katharina Kammer-Veken darin, diesen Roman weiter zu schreiben. Die Veranstaltung war ein besonderes literarisches Ereignis. Der Autorin, der Stadtbibliothek und dem Schriftstellerverein ist zu danken.
Johannes Eichenthal

Information
Die letzte Veranstaltung aus der Novitäten-Reihe vor der Sommerpause ist am 12. Juni 2014. Um 18 Uhr liest Uwe Schneider (Zwönitz) aus seinem neuen Buch »Kati und die Männer«.

Im September wird die Reihe mit einer monatlichen Veranstaltung fortgesetzt.
www.stadtbibliothek-chemnitz.de

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