Reportagen

FRIEDER BACH: FAHRZEUGSPUREN IN NIEDERFROHNA

Der Oldtimersammler, Restaurator, vigilante Techniker und sehr gute Erzähler Frieder Bach stellte am Abend des 29. März im Saal des Rathauses Niederfrohna den zweiten Teil seines Buches »Fahrzeugspuren in Chemnitz«, mit dem Untertitel »Fahrzeugschicksale«, einem interessierten und fachkundigen Publikum vor.

 

Frieder Bach erinnerte zunächst an vorangegangene Publikationen, wie »DKW/MZ-Motorräder«, »Fahrzeugspuren in Chemnitz. Teil 1«, »Kenner fahren DKW« und »F 9 – der sächsische Konkurrent des ‹Volkswagens›«.

Im Hauptteil seines Vortrages schilderte Frieder Bach, wie Bastler und Tüftler im vergangenen Jahrhundert das Leben der Autos ins Unendliche zu verlängern suchten, aus Einzelteilen eigene Konstruktionen entwickelten oder durch gravierende Eingriffe neuartige Konstruktionen erfanden.

Frieder Bach machte an vielen Stellen seines Vortrages deutlich, dass das Sächssische Fahrzeugmuseum in Chemnitz für ihn einen hohen Stellenwert besitzt. Er ist Mitglied des Fördervereins, der dieses Museum betreibt. Im Museum werden nicht nur Fahrzeuge bewahrt (Fahrräder, Motorräder, Dreiräder und Autos aus der Region Chemnitz), es werden auch technische Fähigkeiten, Methoden und Technologien bewahrt. Verbunden ist das Ganze mit einer einzigartigen Dokumentation von Text- und Bildzeugnissen. Das Museum und der Förderverein konzentrieren alles, was man für die historische Begründung der Ausbildung von Facharbeitern und Ingenieuren des Fahrzeugbaues in der Region braucht. Damit geht das Sächsische Fahrzeugmuseum Chemnitz weit über die übliche musealisierende Sammlung hinaus. Eher ist es eine Denk-Werk-Statt oder Werk-Denk-Statt. Eine institutionelle Anerkennung dieser wirklichen Rolle des Sächsischen Fahrzeugmuseums steht noch aus.

 

Im Kopf von Frieder Bach laufen alle Fäden zusammen. Es ist immer wieder beeindruckend zu erleben, wie er Zusammenhänge zwischen Tausenden von Details, Menschen und Ereignissen herstellen kann. Die Vielseitigkeit ist die Grundlage für Frieder Bachs hohes Spezialwisssen. Ohne grundlegende praktische und theoretische Fähigkeiten ist das Spezialistentum für Frieder Bach nicht denkbar.

Frieder Bach ist einer der letzten großen theoretischen Praktiker oder praktischen Theoretiker der Fahrzeugtechnik. Die »Digitalisierung« erzeugt heute den Anschein, dass man ohne Grundlagen »Spezialist« sein könne. Das ist natürlich ein Holzweg. Wer diesen verlassen möchte, dem ist ein Besuch im Sächsischen Fahrzeuguseiu empfohlen.

 

Birgit Eichler dankte Frieder Bach am Ende des Vortrage für sein Engagement mit etwas »Treibstoff« in einer futuristischen Verpackung, die an … ein Auto erinnerte. Es gab wie immer einzelne Nachfragen. Ein interessanter Vortragsabend ging damit im Saal des Niederfrohnaer Rathauses zu Ende.

Dank gebührt Frieder Bach und dem gastgebenden Heimatverein Niederfrohna e.V.

Clara Schwarzenwald

 

Information

www.fahrzeugmuseum-chemnitz.de

Im Mironde Verlag sind noch lieferbar:

www.mironde.com

 

Frieder Bach: Kenner fahren DKW. Prototypen, Weltrekordler, Seltenheiten.

23 × 23 cm, 132 Seiten, fester Einband, Fadenbindung, Lesebändchen

167 zum Teil farbige Fotos und Abbildungen, VP 18,50 €

ISBN 978-3-937654-82-9

Nach den »Fahrzeugspuren in Chemnitz« und »Chemnitzer Oldtimergeschichte(n)«, die im November 2013 erschienen, widmet sich Frieder Bach in einem weiteren Buch der Geschichte des Fahrzeugbaus in der Industrieregion Chemnitz-Zwickau.

Die DKW-Fahrzeuge mit Zweitaktmotor, Fahrräder mit Hilfsmotor, Motorräder und PKW, wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als preiswerte Alternative für den Alltag konzipiert. DKW-Fahrzeuge waren das Ergebnis des Ringens und Suchens von Technikern, Konstrukteuren und Testfahrern. Am Ende standen zuverlässige Fahrzeuge mit ausgereifter Konstruktion, die von fleißigen Arbeitern in Großserien effektiv produziert wurden.

Die ausgereiften Großserienmodelle wurden aber nur möglich, weil ihre Konstrukteure alle Ideen erprobten, auch solche, die sich in Herstellung oder Gebrauch als nicht tragfähig erwiesen. Die dabei entstandenen Modelle – Prototypen, Einzelstücke, Seltenheiten – stehen im Mittelpunkt des vorliegenden Buches.

Zugleich setzt Frieder Bach in diesem Buch den Menschen ein Denkmal, die sich für die DKW-Entwicklung engagierten.

 

Frieder Bach / Dirk Schmerschneider: F 9 – der sächsische Konkurrent des »Volkswagens«

23 × 23 cm, 84 Seiten, fester Broschur

100 zum Teil farbige Fotos und Abbildungen, VP 12,50 €

ISBN 978-3-937654-88-1

2014/15 gibt es mehrere Jubiläen für die Dreizylinder-Zweitakt­fahrzeuge vom Typ F 9, die der Kraftfahrzeugentwicklung in beiden deutschen Staaten über längere Zeit einen prägenden Stempel aufdrückten.

– vor ca. 75 Jahren begann bei der Auto Union die intensive Konstruktionsarbeit an einem Auto mit Dreizylinder-DKW-Motor

– vor 65 Jahren begann in beiden deutschen Staaten eine neue Autoherstellung auf der Basis dieser Konstruktion

– im Frühjahr 1950 stand ein bildschöner zweisitziger Sportwagen auf der Leipziger Frühjahrsmesse

– im Juni 1950 bestritt ein F 9-Rennwagen sein erstes Rennen am Sternberg in Thüringen

Aus diesen gegebenen Anlässen heraus entstand im Museum für Sächsische Fahrzeuge in Chemnitz eine Sonderausstellung über diesen Fahrzeugtyp, die am 5. Dezember 2014 eröffnet wurde, und als Ergänzung dazu die vorliegende Publikation.

 

Frieder Bach: Fahrzeugspuren in Chemnitz. Teil 2. Fahrzeugschicksale.

23 × 23 cm, 216 Seiten, fester Einband, Fadenbindung, Lesebändchen

etwa 600 zum Teil farbige Fotos und Abbildungen, VP 24,90 €

ISBN 978-3-937654-96-6

Heute wird die Lebenszeit eines Neufahrzeuges schon bei seiner Projektierung festgelegt. Nach einer vorausgeplanten Nutzung endet das Auto in der Schrottpresse.

Die Fahrzeuge, die zu einer Zeit entstanden, in der der PKW-Besitz im Wesentlichen als Luxus galt, erfuhren noch sehr unterschiedliche Schicksale. Besonders durch den Zweiten Weltkrieg und die wirtschaftlich schwierigen Folgejahre wurde die Nutzungszeit von PKW und Motorrädern über alle Maßen verlängert, indem sie trotz eines unfallbedingten »Totalschadens« oder des Erreichens der altersbedingten Verschleißgrenze generalüberholt oder mit Fremdteilen neu aufgebaut wurden.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit betraf dies in erster Linie Klein-LKW und Lieferwagen. Als dann jüngere Serienfahrzeuge wieder den Bestand aufbesserten, wurden auch die »Selbstgeschraubten« verschrottet. Nur sehr wenige blieben als Zeitzeugen erhalten und beleben die heutige Oldtimerszene. Diese Fahrzeuge passten viele Jahre nicht in´s Bild des »möglichst originalgetreu restaurierten Oldtimers«. Das Umdenken kam für viele der nicht originalen, aber oft originellen Fahrzeuge zu spät. Da sie aber eine bedeutende Rolle im Nachkriegsaufbau unseres Landes gespielt haben, sollen sie mit diesem zweiten Teil der Chemnitzer Fahrzeugspuren endlich ins Scheinwerferlicht unserer Aufmerksamkeit »gefahren« werden. Der Autor will dem Publikum 2018 einen dritten Teil der Chemnitzer Fahrzeugspuren vorlegen, der dem Rennsport gewidmet sein soll.

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