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DAS WAR DIE FRANKFURTER BUCHMESSE 2018

Am 14. Oktober ging die 70. Frankfurter Buchmesse zu Ende. Vom 10. Oktober an präsentierten etwa 7500 Aussteller dem Publikum ihre Neuerscheinungen. Das Interesse des allgemeinem Publikums ist ungebrochen groß. Die Zahl der Fachbesucher sank dagegen weiter – die Messe wird immer mehr zur Publikumsmesse. Das Buch verliert auf der Messe zugunsten von Unterhaltung und des Nicht-Buch-Bereiches an Bedeutung.
Der Mironde Verlag war mit seinem Programm zwischen Tradition und Innovation mit seinem Stand in der Halle 4.1 vertreten. Besonders herausgehoben wurden die Neuerscheinungen von Franz Cohn: »Wir leben weiter. Geschichte einer Familie.« und die dreibändige Geschichte der Oldtimerszene von Frieder Bach »Fahrzeugspuren in Chemnitz.«
Am 11. Oktober besuchte der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Hartmut Mangold, den Stand des Mironde Verlages. Birgit Eichler informierte ihn über die »Fahrzeugspuren in Chemnitz« von Frieder Bach.
Jens Korch von der Chemnitzer Edition Wannenbuch errang 2017 für seine wasserfesten Bücher den Publikumspreis und in diesem Jahr schaffte er es sogar auf die Feuilleton-Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung …
Im arg geschrumpften Künstler-Buch-Bereich der Halle 4.1 halten Thomas Konietschke, der Inhaber der Kaefertal-Presse, und Elke Reinhard mit anspruchsvollen Grafiken und Unikaten die Stellung.
In der Halle 4.1 wird mit großem Aufwand ein Bereich mit dem Titel »The Art+« hervorgehoben. Nichts weniger als die Zukunft der Buchmesse soll hier antizipiert werden. Doch die Kreativität, von der hier aller Orten die Rede ist, wird mit einigem digitalem Zufallsgenerator-Tamtam nur simuliert. Am Stand des Hessischen Literaturrates beklagt man dagegen die Abschaffung des Schulfaches »Lesen«. Ein Fünftel der Viertklässler versteht nicht mehr, was sie lesen.
Aber es gibt sie noch, die aktiven Verteidiger des traditionellen Buches. Die Pirckheimer-Gesellschaft, mit einem Stand in der Antiquariatsmesse der Halle 4.1, schmiedet Zukunftspläne zur Verbindung von Tradition und Innovation.
Kommentar
Die 70. Frankfurter Buchmesse erfüllt auf den ersten Blick alle Kriterien für einen »Erfolg«. Dennoch bleibt die Frage, ob die Institution der heutigen Situation noch angemessen ist. In der Zeitung »Welt am Sonntag« wurde am 14. Oktober eine Glosse mit dem Titel »Abschied von der Buchmesse« veröffentlicht. Das Lachen bleibt einem bei der Lektüre im Halse stecken.
In der Vielfalt liegt der Reichtum der Branche begründet. Die Frage ist, wie diese Vielfalt des traditionellen Buches, der eigentümergeführten Verlage und der eigentümergeführten Buchhandlungen unter veränderten Rahmenbedingungen bewahrt werden kann. Die traditionsreichen Institutionen und  Methoden versagen angesichts der von Unternehmens-Konzentration und von der Digitalisierung dominierten Entwicklung.
Die Krise des Buches ist im Kern eine Krise des Lesens. Ist das Lesen heute überflüssig? Nein, die Kulturtechnik des Lesens hat über die Jahrtausende die Fähigkeit herausgebildet, sich qualitative Kriterien des Wissens anzueignen. Digitale Verfahren sind dagegen, trotz allen modischen Gehabes, nur zur Erfassung quantitativer Kriterien fähig. Das ist der entscheidende Bildungs-Unterschied.
Clara Schwarzenwald
Information
Neuerescheinung
Franz Cohn: Wir leben weiter. Die Geschichte einer Familie.
14,0 × 20,5 cm, 120 Seiten, fester Einband, Klebebindung, Vorsatz, Nachsatz, runder Rücken,
zahlreiche s/w-Abbildungen und Fotografien; VP 12,50 €
ISBN 978-3-96063-005-0
Neuerscheinung
Frieder Bach: Fahrzeugspuren in Chemnitz. Teil 3. Motorsport. 1900-1990.
23 × 23 cm, 528 Seiten, fester Einband, Fadenbindung , Lesebändchen
etwa 1500 zum Teil farbige Fotos und Abbildungen
VP 38,90 €
ISBN 978-3-96063-013-5
Neuauflage
Frieder Bach: Fahrzeugspuren in Chemnitz. Teil 1. Zur Historie des Chemnitzer Fahrzeugbaus.
23 × 23 cm, 216 Seiten, fester Einband, Fadenbindung, Lesebändchen
etwa 600 zum Teil farbige Fotos und Abbildungen.
Neu: Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Dr. Carl H. Hahn
VP 24,90 €
ISBN 978-3-937654-77-5
Noch lieferbar
Frieder Bach: Fahrzeugspuren in Chemnitz. Teil 2. Fahrzeugschicksale.
23 × 23 cm, 216 Seiten, fester Einband, Fadenbindung, Lesebändchen
etwa 600 zum Teil farbige Fotos und Abbildungen
VP 24,90 €
ISBN 978-3-937654-96-6

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