Reportagen

Rainer Klis im Wien

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Am Abend des 21. September trafen sich interessierte Besucher in der historischen Gaststätte »Stadt Wien« in Limbach-Oberfrohna. Die 1929 im Stil eines Wiener Beisls ausgebaut Wirtschaft ist noch heute im Originalzustand bewahrt.

Für Rainer Klis war es sozusagen ein »Heimspiel«. Einerseits verbrachte er einige Jahre seiner Kindheit im nahen Oberfrohna. Andererseits ist er dem Limbacher Publikum durch viele Bücher, die er über die Jahre veröffentlichte, bekannt. So herrschte von Anfang an größte Aufmerksamkeit. Das Publikum lauschte jeder Feinheit des Vortrages. Der Reigen begann mit der Kurzgeschichte »You’re welcome!«. Hier schon konnten sich einige Besucher nicht beherrschen und lachten an manchen Stellen. Beim folgenden Stück, »Abspann zur Freiheit des Westens«, nimmt uns der Meister mit seiner Darstellung einer Reportagereise durch amerikanische India­nerreservationen so ziemlich alle Illusionen über die »edlen Wilden« und andererseits auch über die Berichterstattung des »Qualitätsjournalismus«. Leider konnte man einzelne Worte nicht verstehen, weil abermals mehrere Besucher ihr Lachen nicht zurückhalten konnten. Beim abschließenden Klis-Klassiker »Wodka mit Salz« brachen dann alle Dämme: es wurde nahezu im Verein gelacht! Wie soll man als Literaturkritiker unter diesen Umständen arbeiten können?! Doch das Publikum interessierte das natürlich nicht, es war einfach begeistert.

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Aber selbst in den größten Lachsalven kam nur hin und wieder ein leises Lächeln auf die Lippen von Rainer Klis. Er war der Fels in der Brandung. Ihm war wohl bewusst, dass er dem Publikum an der Oberfläche zwar Amüsement serviert, dass er aber eigentlich in der Tiefe seiner Erzählungen unsere Vergänglichkeit thematisiert. Dies ist, nach Henry James, per se darstellenswert, ästhetisch und schön.

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Nach dem Beifall, und nachdem einige Zeit vergangen, wendete sich das Interesse des Publikums nach einer anderen Seite, dort­hin, wo das elektrische Klavier steht. Jochen Richter nahm am historischen Klavier Platz, das auch ohne Elektrik funktioniert.

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Jochen Richter ließ einige Takte erklingen, leider viel zu wenige. Das Publikum war des Dankes voll.

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Zu vorgerückter Stunde gewährte der harte Kern der Besucher, wie zu solchen Ereignissen üblich, dem Fotografen ein traditionelles Foto. Es war wieder einmal ein Ereignis im »Stadt Wien«, wie es wohl nur hier möglich ist.

Johannes Eichenthal

 

Information

www.rainer-klis.de

www.stadtwien.de

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