Reportagen

DKW- UND MZ-TREFFEN AN EINEM TAG

Am Freitag, dem 16. Juli 2021, kurz vor neun Uhr, trafen wir uns, nicht ganz zufällig, denn wir hatten uns mit dem Fotografen Detlev Müller aus Dorfchemnitz verabredet, um in den im Moment leer stehenden Hallen des alten MZ-Werkes ein paar Fotos zu „schießen“, für das neue DKW-Motorradbuch, das im kommenden Winter im Mironde-Verlag entstehen soll.

Frieder Bach und die DKW Luxus 500. Foto: © Detlev Müller

Wir, das waren die „DKW Luxus 500“ von 1929 und ihr Besitzer Reiner Matthes aus Sayda im Erzgebirge und der Verfasser dieser Zeilen, der sich schon seit 1969 mit der Historie des Werkes und seiner Menschen beschäftigt und demzufolge auch den Text zum geplanten Buch machen wird. Detlev Müller brachte die geplanten Fotos vom eben frisch restaurierten DKW-Motorrad „in den Kasten“ und hielt auch unser Zusammentreffen in dem alten Fahrstuhl in der Zschopauer Motorradfabrik fest. Als wir noch bei der „Arbeit“ waren, kamen zwei für die „Chemnitzer Morgenpost“ fotografierende Geschwister hinzu. So kam das Vorhaben „neues DKW-Buch“ am Samstag darauf schon in die „Morgenpost“. Diese und viele andere Fotografen, die für die Medien der Region arbeiten, kamen um die Mittagszeit auf dem großen Parkplatz zwischen dem „MZ“-Werk und der Landstraße nach Scharfenstein mit etlichen hundert Besuchern zusammen. Die „Besucher“, die zumeist ehemalige Mitarbeiter der beiden „MZ“-Werke in Zschopau und in Hohndorf waren, also auch frühere Konstrukteure, Monteure und alle, die am Zustandekommen eines Motorrades beteiligt waren. Ich konnte auch zahlreiche frühere Rennfahrer erkennen, die einst dem Namen „MZ“ zu Weltruhm verhalfen, wie Heinz Rosner oder Wolfram Trabitzsch. Natürlich fehlten auch die Leute nicht, die die hier bzw. wenige Meter „weiter oben“ in der Sportabteilung von „MZ“ in Hohndorf gefertigten Enduro-Maschinen zum Gewinn der „Six-days“ fuhren. Dabei war Harald Sturm, wie auch Sabine Hoheisel, die in der DDR mit einer „MZ“ für die GST durch die Wälder ackerte und an diesem Tag für den Motorsportclub „MZ“ die Veranstaltung mit organisierte.

Der sächsische Staatsminister des Innern, Prof. Dr. Roland Wöller (re.), und der Zschopauer Oberbürgermeister Arne Sigmund.
Foto: © Detlev Müller

Zusammengerufen hatte diese bunte Truppe der Oberbürgermeister von Zschopau Arne Sigmund, in dessen Beisein und auch in Anwesenheit des Landrates Frank Vogel, des Enkels des Firmengründers J. S. Rasmussen und des Sohnes von Dr. Carl Hahn (Mitbegründer der Auto Union) Dr. Carl Horst Hahn, der als ehemaliger VW-Chef großen Anteil an der Aufrechterhaltung des Fahrzeugbaus in Zwickau hatte, der sächsische Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller der Stadt Zschopau den Beinamen „Motorradstadt“ verlieh.

Der Enkels des Firmengründers J.S. Rasmussen (li.) und der Sohn von Dr. Carl Hahn (Mitbegründer der Auto Union) Prof. Dr. Carl Horst Hahn. Foto: © Detlev Müller

So konnte ich an einem Tag die gesamte Bandbreite der Historie wahrnehmen: Früh ein „DKW“-Treffen und mittags ein Treffen mit „MZ“– Menschen und – Motorrädern!

Frieder Bach

Die Litterata – Technik und Poesie in Mitteleuropa – ist ein Feuilleton des Mironde Verlags (www.mironde.com) und des Freundeskreises Gert Hofmann.

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